HOME News & Views Finis Terrae Open-Neuland Guide to Neuland Commercial Work
 
IT&W-V10. 711 Beiträge, 579 Kommentare. Born May 2001, still going strong.

::: 07. May 2010

 :: Die enteignete Welt 

Bei der Änderung seiner Nutzungsbedingungen für Second Life anlässlich der Einführung der Kontrolle von Viewern externer Entwickler [wir berichteten] hat Linden Lab noch mehr geändert: Werbeversprechen wurden gebrochen, Residents enteignet und Besitzrechte an virtuellem Land und Objekten annulliert. Das meinen jedenfalls die Betreiber einer Sammelklage gegen Linden Lab und dessen Gründer Philip Rosedale. 

imageDie Klage greift einige Jahre zurück in die Vergangenheit: Linden Lab habe damals damit geworben, dass das virtuelle Land sowie selbst erzeugte und erworbene Objekte in das Eigentum der Anwender übergehen: »Second Life is a 3-D virtual world entirely built and owned by its residents.« (Second Life ist eine virtuelle 3D-Welt, die in ihrer Gesamtheit von ihren Bewohnern erbaut wurde und ihnen gehört). Zitiert wird auch LL-Gründer Philip Rosedale: »What you have in Second Life is real and it’s yours. It doesn’t belong to us. We have no claim to it.« (Was Sie in Second Life haben, ist real und gehört Ihnen, nicht uns. Wir haben keinen Anspruch darauf.

Linden Lab, so die Klageschrift, habe versucht, Second Life von Multiplayer-Rollenspielen wie World of Warcraft oder Everquest u.a. durch das Versprechen eines Besitzes an erworbenen Gütern zu unterscheiden. Auch das geistige Eigentum an Objekten sollte den Anwendern gehören. Wenn man also ein virtuelles Haus kaufte oder ein Objekt baute, sollte es dem Anwender ebenso wie ein reales gehören.  Diese Versprechen zahlten sich für Linden Lab aus: Millionen an höchst realem Geld wurden in Second Life investiert.

Später, so die Klageschrift weiter, habe Linden Lab die beworbenen und zugesagten Besitzrechte nach und nach wieder zurückgezogen. Die Werbung mit dem Eigentum der Residents an der 3D-Welt wurde von Linden Lab in den Jahren bis ca. 2008 verwendet - inzwischen taucht sie auf der offiziellen Website nicht mehr auf. Auch die FAQs änderten sich: so heißt es beispielsweise nicht mehr »Why would I want to own land?«, sondern »Why would I want to have land?«.

Linden Lab habe mit Hilfe dieses falschen Eigentums-Versprechens zwischen 50 Milionen und 100 Millionen Dollar allein durch den Verkauf von immer wieder neu erzeugten virtuellen Land verdient. Die Second Life-User wurden allerdings von Linden Lab nie über den Wechsel in der Eigentumspolitik informiert - geschweige denn für den Verlust ihrer Eigentumsrechte entschädigt. Schließlich wurden auch die Nutzungsbedingungen geändert, nach denen Land und Objekte den Eigentümern nicht mehr gehören, die sie erzeugt oder bezahlt haben, heißt es weiter.  Die Anwender hatten keine andere Wahl, als die neuen Nutzungsbedingungen zu akzeptieren, ansonsten hätten sie überhaupt nicht mehr auf ihr Eigentum zugreifen können.

Die Sammelklage wurde vor dem Bezirksgericht von Pennsylvania (Philadelphia) vorgebracht.  [via Consumer Affairs, The Hollywood Reporter].

Nachgedanke: schon vor drei Jahren haben Beobachter vor einer Entwertung des virtuellen Landbesitzes gewarnt. Damals gab Linden Lab bekannt, zukünftig nicht mehr durch Landverkauf Geld verdienen zu wollen, sondern durch die Freigabe der Software in die OpenSource-Gemeinde. So erklärte Mitch Kapor, der Vorsitzende des Linden-Boards, während des Weltwirtschafts-Forums 2007 in Davos: »There is a clearly stated intent to let people put up their own servers, the only way to scale, to have one million servers.« (Wir haben die Absicht, die Leute ihre eigenen Server aufstellen zu lassen. Das ist der einzige Weg um zu wachsen - um eine Million Server zu haben.). Was aus diesen Ankündigungen wurde, ist bekannt: Linden Lab gab nur den Client-Code frei, nicht den des Servers. Second Life mauert sich ein - die damaligen Pläne eines Wachstums nicht mehr durch Landverkauf, sondern durch Skalierung sind erledigt. Die Entwertung des virtuellen Landbesitzes und die Enteignung der User findet trotzdem statt. 

 von majo unwesentlich später  3x Senf , 1500x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 15. April 2010

 :: Frühlingserwachen: OpenSim wächst und gedeiht 

Im vergangenen Monat haben die 40 weltweit größten OpenSim-Grids um über 11 Prozent zugelegt - von 9.533 auf 10.588 Regionen.  Im März hatte der Zuwachs ca. 10 Prozent betragen. Im selben Zeitraum wuchs Second Life laut Gridsurvey gerade mal um 1,4 Prozent.
image
Der Grid mit dem höchsten Zuwachs war der deutsche Wilde Westen von Talentraspel, der von 6 auf 40 Regionen wuchs - inklusive Wasser- und Wüstenregionen. Der offene Hypergrid Wilder Westen steht zur Zeit im Fokus unserer aktuellen Bau-Aktivitäten. »Wilder Westen, where both English and German are spoken, is a Wild West-themed region with OMC currency shopping, historic recreations, desert landscapes. Managers plan to roll out Old West-style shootouts and horse races soon«, schreibt Hypergrid Business. Das Bild zeigt eines der unzähligen Details aus dem Wilden Westen: den Barbier und Bestatter…

Das gesicherte Grid Open Neuland  mit 216 Regionen liegt im Feld der Top 40 auf einem guten Rang 9.

 von Case am frühen Morgen  0x Senf , 960x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 29. March 2010

 :: Entrüstung über die Third Party Viewer Policy 

»Nüchtern betrachtet«, schreibt Bartholomew Gallacher in VWI, »hätten sich die Betreiber von Opensim-Grids eine bessere Werbung als die Aktionen der Lindens um die TPV kaum wünschen können.«

Die TPV ist die sogenannte »Third Party Viewer Policy« von Linden Lab, dem Betreiber von Second Life: diese Ergänzung zu den Terms of Services reguliert, welche Bedingungen alternative Viewer bei Verbindung zum Second Life Grid einhalten müssen. Bartholomew schreibt: »Diese TPV sorgte in der englischsprachigen Community für ein gewaltiges Echo. Dass die TPV den externen Entwicklern sauer aufstößt, ist verständlich, betrachtet man sich in Ruhe, welche ungewöhnlich weitgehenden Rechte Linden Lab sich damit selbst gibt.

Letzten Endes will Linden Lab in Sachen Datenschutz und Features zur Not den Entwicklern diktieren, was sie zu tun und zu lassen haben und diese haben nach Willen der Lindens dies auch umzusetzen. Ob diese Fakten im Zweifelsfalle tatsächlich durchsetzbar wären, steht dabei auf einem anderen Blatt. Der Schaden aber ist bereits da und besteht in dem entstandenen Vertrauensverlust der (Opensource-)Community zu Linden Lab, den die TPV erzeugt hat.

Böse Zungen behaupten gar, hinter der TPV stecke in Wahrheit die Absicht der Lindens, das SL-Grid langsam, aber sicher systematisch für alternative Viewer uninteressant zu machen und abzuschotten.«  [weiterlesen bei Virtual World Info]

Linden Lab und die Zeit arbeiten für OpenSim. Was sage ich immer? »Der alte Indianer sitzt am Fluss und wartet, bis die Leichen seiner Feinde vorübertreiben.« Howgh!

 von Case zur Mahlzeit!  1x Senf , 1620x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 24. March 2010

Anzeige

 :: Die Freebie-Frist 

image Die Älteren unter uns werden sich erinnern - Linden Lab, der Herrscher über das antike Reich Second Life, hatte dem Volke wieder mal einen seiner einsamen und unverständlichen Entschlüssen zu Wissen getan:

im hauseigenen Supermarkt Xstreet kostet das Einstellen von Freebies (Gratis-Objekten) demnächst durchweg 99 Linden Dollar im Monat. »Da es klar ist, dass die zunehmende Zahl von kostenlosen, billigen und uninteressanten Gütern die spezielle Einkaufs-Erfahrung für Käufer und Händler gleichermaßen stört, werden wir Maßnahmen ergreifen und dem innerhalb des Marktplatzes entgegenwirken - zum Vorteil aller«, so sprachen die Lindens. Innerhalb von 90 Tagen werde man diese »Maßnahmen ergreifen«.

Pssst - vielleicht merken sie es ja nicht: das ist inzwischen gut 120 Tage her. Es gibt die Freebies immer noch. Warum? Das ist bei Linden Lab die falsche Frage. Die richtige Frage ist: warum muss man sich diesen Schwachsinn von einem Provider bieten lassen?

Die Antwort: man muss nicht - es gibt ja Open Neuland.

 von Case am frühen Nachmittag  2x Senf , 1206x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 15. March 2010

 :: Weltenbauer II (with a pint of plain) 

Weltenbauer: »It’s time to bring this place to life!«. By Director Johnny Green, Oscar winning set designer Grant Major and Oscar nominated Director of Photography Wally Pfisher.

Why? Because it’s good for you…

 von majo am Morgen  1x Senf , 1528x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 07. March 2010

 :: Eine technische Fantasie 

1940 gestaltete der Regisseur Anton Kuttner aus Filmmaterial der zu Kriegsbeginn abgebrochenen Produktionen für die deutschen Science Fiction-Filme »Zwischenfall im Weltraum« und “Weltraumschiff 18” den 23minütigen Kurzfilm »Weltraumschiff 1 startet - eine technische Fantasie«:

Wir schreiben das Jahr 1963: das Raumschiff wird aus dem riesigen Zeppelin-Hangar in Friedrichshafen herausgerollt, und Tausende von Zuschauern - und das Fernsehen! - sind Augenzeugen,  wenn es per Katapult gestartet wird. »Weltraumschiff 1« fliegt zum Mond, umrundet ihn und kehrt wohlbehalten zur Erde zurück. Die Spezialeffekte sind absolut sehenswert und ihrer Zeit weit voraus.

In die höchst didaktischen Anfangssequenzen - man mußte den Zuschauern ja z.B. erst mal klarmachen, dass »da draußen« keine Luft ist - wurden Szenen von frühen Raketenexperimenten eingebaut: man sieht die Raketenautos von Max Valiers und Fritz von Opel oder den Start einer kleinen Flüssigkeitsrakete. Material aus diesem Film wurde dann 1957 in dem US-Jugendfilm »The Space Explorers« verwendet, der offenbar die Kids beeindrucken sollte, die sich gerade vom Sputnik-Schock erholten. Weitere Details zum Film findet man bei astronautix.com; bei archive.org kann man den Film in guter Qualität herunterladen (1,1 GB) [via The Cartoonist]

 von majo am späten Nachmittag  1x Senf , 1327x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 01. March 2010

 :: The Maria Awards [updated] 

imageMaria Korolov, die IMHO beste Journalistin im OpenSim-Umfeld, hat die »Maria Awards« vergeben: die »Awards für die beste unternehmerische Nutzung virtueller Welten». So, without any further ado, hier ist - stellvertretend für alle anderen Preisträger - der Award für den »sexiesten Programmierer«:

es ist natürlich der weibliche Tim Berners-Lee unserer Generation, die Erfinderin des Hypergrid-Protokolls, mit dem unsere Avatare von einer virtuellen Welt zur nächsten hyperhüpfen können (hypersegeln geht übrigens auch, wie dieses Video zeigt), die Mutter der Diva Distro, der automatischen Gridmaschine: Diva Canto, bekannt auch unter ihrem RL-Namen Professor Crista Videira Lopes! Applaus, Applaus, Applaus!!!

[Update 2. März]: das kann kein Zufall sein: besagter Tim Berners-Lee, Erfinder des HTML und Begründer des World Wide Web, möchte mehr wissen über Cristas Hypergrid-Protokoll… ;)

 von Case am späten Morgen  0x Senf , 982x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 25. February 2010

 :: Rückschau auf die Welt von morgen 

1972 gingen visionäre Fernsehmacher davon aus, dass man im Jahr 2000 nur noch 25 Stunden in der Woche arbeitet und mit 50 Jahren in Rente geht. Das bestätigt das Gefühl, das viele Menschen haben: in diesen 40 Jahren ging es technisch sehr rasant nach vorne, aber gesellschaftlich und sozial sind wir teilweise hinter das Niveau des Jahres 1972 zurückgefallen. So ist das mit Prognosen - besonders wenn sie die Zukunft betreffen:

kueperpunk hat die halbstündige Sendung (hier in drei YouTube-Teilen) schon gesehen: »Wir werden Zeugen des Alltags eines deutschen Junggesellen im beginnenden 21 Jahrhundert. Sein Singleapartment ist hochmodern eingerichtet - was für die Macher nichts anderes bedeuten konnte, als das es aussieht wie eine hochmoderne Junggesellenbude aus dem Jahr 1972 - , er ernährt sich von Astronautennahrung, konsumiert ständig einen von rund 15 Fernsehkanälen, kommuniziert nur per Bildtelefon und erreicht seinen Arbeitsplatz per Schwebebahn und Mietelektroauto. Selbstverständlich arbeitet er in einem Rechenzentrum, das Daten verkauft – nein, nicht Google, aber zumindest erahnten die Filmemacher, wohin die Entwicklung geht. Informationen werden natürlich auf Magnetbändern gespeichert, während Programme nach wie vor per Lochkarte eingegeben werden. Mit ihrer Einschätzung des Stands der Computertechnologie und der Vernetzung liegt die Dokumentation um Lichtjahre daneben. Aber das Internet hat 1972 so gut wie niemand vorausgesehen.«

 von majo zur Mahlzeit!  2x Senf , 1320x besichtigt |   aus: Neue Welten   |   Permalink  | Lieber Case......

Seite 2 von 9 -  vorige Seite  1 2 3 4 nächste Seite  letzte Seite

image

Auch arschcool:

Anzeigen


Radio Tyrus