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IT&W-V10. 711 Beiträge, 579 Kommentare. Born May 2001, still going strong.

::: 29. June 2010

 :: Cybavaria erneut verschüttet 

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen muss ich für Cybavaria in SL ein Rollback beantragen:
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wieder wurde das Terrain hochgehoben, diesmal hat es aber gottlob nicht den ganzen Sim, sondern nur Rokos Gartencenter erwischt.

Linden Lab will uns den Abschied leicht machen….

Update 30. Juni
: das Rollback wurde von LL nach einigem Sträuben am 30. Juni ausgeführt. Alles ist wieder wie gehabt.

Inzwischen stellte sich heraus, dass höchstwahrscheinlich beide “Verschüttungen” durch die fehlerhafte Server-Software 1.40 verursacht wurden, die Linden Lab Mitte Juni bei 10% aller SL-Sims eingespielt, kurz danach aber wieder zurückzog. Bis auf die Sims wie Cybavaria, die noch immer auf 1.40 laufen - und wo nun schon ein zweites Mal ein heimlicher und erfolgloser LL-Betatests seine Opfer forderte.

Finis Terrae, die “Inseln am Arsch der Welt”, der Fluchtpunkt der Guglmänner nach dem “Apfelland”-Exodus, packen nun bald ihre Sachen und ziehen ein allerletztes Mal um…

 von Case am frühen Morgen  2x Senf , 2017x besichtigt |   aus: Geschichten aus Finis Terrae   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 03. June 2010

 :: Cybavaria verschüttet [upd.] 

Schreck in der Abendstunde - unsere SL-Sim Cybavaria ist zerstört, so schien es auf den ersten Blick:
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Auf den zweiten Blick ist es dann gottlob nicht ganz so schlimm: allerdings fehlen rund 3500 Prims, und irgendetwas hat das nicht-parzellierte Gelände hochgehoben und die darauf stehenden Bauten unter sich begraben. Terraforming-berechtigt waren natürlich nur die Regionsmanager, und von denen war keiner online. Es sieht also alles nach einem satten Fehler aus: meine Anfrage bei Linden Lab von gestern abend wurde allerdings bisher noch nicht beantwortet. 

Update 3. Juni: es sollte nur niemand auf die irrige Idee kommen, dass Linden Lab einen deutschsprachigen Support unterhält, um deutschsprachige Kunden schneller und besser bedienen zu können: nachdem rund 72 Stunden nach meinem Ticket noch immer keine Reaktion kam, habe ich mich an den US-Support gewandt. Innerhalb von 30 Minuten war Cybavaria wieder da, komplett und ohne irgendein Problem.

 von Case am Nachmittag  2x Senf , 1899x besichtigt |   aus: Geschichten aus Finis Terrae   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 05. January 2009

 :: Nose Mann: die Geschichte hinter der Geschichte 

Du hast über einen Monat lang die “Memories of Felagund” veröffentlicht, eine Geschichte um den Seefahrer Janos Nibor, der um 1900 auf der Elfeninsel Felagund strandet. War das deine erste Geschichte in dieser Länge?

imageNose: Nicht meine erste Geschichte, um ehrlich zu sein. In meiner “Schublade” haben sich über die Jahre schon mehrere Konzepte und Anfänge gesammelt, darunter eine süße Jugend-Erzählung über einen Hasen, aber auch eine recht mordlüsterne die sich “10 little white horses” nennt. Diese beiden zumindest würde ich in nächster Zukunft gern fortführen. Doch die “Memories” sind bisher die einzige Story, die ich je wirklich beendet habe, die komplett und auch irgendwie rund geraten ist. Was die Länge betrifft, hatte ich mir das Limit gesetzt, das jedes Kapitel auf eine Notecard passen sollte. Da muss man sich echt beherrschen, um nicht abzuschweifen. Doch hängen die ja auch Inworld auf Felagund aus, an den “Originalschauplätzen” quasi und da muss die Story in maximal ein bis zwei Lesestunden erzählt werden. Mehr Zeit wird sich dort niemand dafür nehmen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Geschichte zu schreiben, die vor dem Hintergrund von Finis Terrae spielt, unserem Archipel am Ende der (virtuellen) Welt?

Nose: Wie genau die Idee entstand - ich weiss es garnicht. Wohl an einem der vielen gemütlichen, weißbierseeligen Abendrunden im »Stellwerk«, unserer Stammkneipe auf Tamiu. Auch von wem sie kam, habe ich vergessen, wohl irgendwie von uns allen. Die Überlegung stand im Raum, wie man der neu gestalteten Insel Felagund ein wenig Seele geben kann. Etwas, womit sich der Besucher identifizieren kann, was ihn eine Weile dort fesselt. Wir waren uns einig gewesen, das es heute nicht mehr reicht, einfach eine Sim hinzstellen und zu sagen “Nun kommt mal”, man muss ihnen etwas bieten, eine schöne Erfahrung zum Beispiel, die zu einer noch besseren Erinnerung wird. Man sieht einen Ort mit anderen Augen, wenn man seine Geschichte kennt. Und als die Frage im Raum stand, wer die schreiben möchte, habe ich wohl laut “Hier, Ich!” gerufen.

Immer wieder kommen in der Story Hinweise auf andere Orte in Finis Terrae vor - wird es eine Fortsetzung geben. Oder mehrere…?

imageNose: Naja, das hängt auch ein wenig von der Resonanz auf diese Geschichte ab, wenn sie gut ankommt, warum nicht? Das Ende ist mit Absicht offen gehalten und Finis Terrae ist groß, SL noch etwas größer. Letztendlich hat Janos, meine Hauptfigur, ja jetzt ein Schiffchen, womit ihm die Welt offen steht. Neuen Reiseberichten steht also nichts im Weg. Ich denke, man kann diese Konzept auch problemlos auf andere Sims übertragen, zu fast jedem Ort lässt sich mit ein wenig Phantasie eine Story erfinden. Auch unabhängig davon, ob er schon fertig gebaut ist, wie Cybavaria oder die Dragon Cliffs, oder zusammen mit der Handlung entsteht, wie es in Felagund der Fall war. Dort waren manchmal die Erbauer schneller und ich baute das, was sie gerade kreiert hatten, einfach mit ein, wie den »Nautilus« z.B. Oder ich gab ihnen vor, was wo hin muss, damit die Story weitergeführt werden konnte - um nur mal die Grotte zu nennen, ohne die das Finale nicht möglich gewesen wäre.

Deine Geschichte handelt ja auch von Liebe und Leidenschaft. Gibt es hier Parallelen zur Realität, oder ist das nur bei Spinnen so…?

Nose: Eine Geschichte ohne Liebe und Leidenschaft ist undenkbar, sie spielt immer und überall mit, wenn auch manchmal nur in der Nebenrolle. Sie macht die Handlung erst glaubwürdig, denke ich, nachvollziehbar und nachfühlbar. Was die Realität angeht, hab ich versucht, zumindest meine da heraus zu halten. Es ist mir nicht immer gelungen, gebe ich zu. Die Hochelfin Za, Frau des Schmieds, ist das beste Beispiel dafür. Unbewusst habe ich sie wohl teilweise nach einem recht reellen Vorbild geformt, und dann war es schon zu spät, das zu korrigieren. Wenn ich es gewollt hätte.

Warum hast du blaue Haare? War da vielleicht auch ein Elf im Spiel…?

Nose: Die Haare, ja, das leidige Thema. Ich kenne wenige, die in SL seid ihrer Geburt mit derselben Haarpracht herumlaufen, schon gar nicht, wenn sie so auffällig ist. Vielleicht war es wirklich eine noch unentdeckte Elfenrasse, die bei meiner Avatarbastelei ihre Finger im Spiel hatte. Oder auch nur der Wunsch, sich wenigstens ein bißchen aus der damals noch recht grauen Newbie-Masse abzuheben. Manchmal genügt es schon, dafür einfach nur die Haarfarbe zu ändern. Und vier Jahre später schreibt man dann Romane über Elfen, Spinnen und Makukken… scheinbar enthielt die blaue Färbetinktur dann doch ein paar haluzinogene Substanzen - wie sollte man sonst auf so eigenartige Ideen kommen…

 von Case am späten Nachmittag  0x Senf , 1922x besichtigt |   aus: Geschichten aus Finis Terrae   |   Permalink  | Lieber Case......

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 :: Memories of Felagund (Ein überraschendes Ende) 

Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin

Endgame - Teil 2

Fast ein Jahr ist es her, seitdem ich weit draußen auf dem Meer ein kleines Schiff ausgemacht hatte. Die Abendsonne ließ seine Segel rot leuchten, als es Richtung Osten an Felagund vorbei zog. Zu weit entfernt, viel zu weit. Mit den Armen wedelnd stand ich am Südstrand, rief nach den Matrosen auf dem fremden Schiff, vergebens. Nach einiger Zeit verblasste die Erinnerung - war es wirklich geschehen? Heute glaube ich fest daran, nein, ich weiss, dass sie noch existieren, die Makukken. Dieses kleine Seefahrervolk bereist noch immer diese Meere! Wohlmöglich haben sie sogar an einer der goldenen Buchten Finis Terraes ihr Lager aufgeschlagen, eine Kolonie gegründet.

Nun lag einer von Ihnen vor mir, tot. Hinter ihm tat sich eine Höhle auf, viel mehr noch, eine riesige Grotte, die sich tief in den Berg zu schlängeln schien. Von außen führte ein kleiner Holzsteg hinein. Wenige Zentimeter über dem Wasser schmiegte er sich an die steilen Felswände, meist nur eine Hand breit, an anderen Stellen sogar schon verfault und löchrig. Vorsichtig begab ich mich darauf in das Innere der Grotte, über mir riesige Felsen, zwischen denen das Wasser des Sees hindurch sickerte und imposante Tropfsteine gebildet hatte. Sie hingen wie Schwerter von der Decke. Einmal wäre ich auf meinem Weg fast abgerutscht, brach doch plötzlich ein großes, morsches Brett unter meinem Gewicht zusammen und riss meinen linken Fuß mit. Im letzten Moment klammerte ich mich noch reflexartig an einem Felsen fest. Auch wenn die Luft in der Grotte immer kälter zu werden schien, schwitzte ich bald am ganzen Körper.

Dann… ich weiss nicht wie ich das Gefühl beschreiben soll, als ich plötzlich das kleine Schiff am Ende der Grotte wahrnahm. Ruhig und verlassen lag es dort, seine Segel immer noch gehisst, den hohen, erhabenen Bug Richtung Ausgang gestreckt. Sicher kein Kampfschiff, dafür war es selbst für Makukkenverhältnisse zu klein, wohl eher zur Erkundung gedacht. Schlagartig wurde ich mir der Möglichkeiten bewusst, die sich nun boten. Dies war mein Weg, fort von hier, meine Fahrkarte in die Freiheit. Am liebsten wäre ich darauf zu gestürzt, hätte es sofort in Besitz genommen. Mindestens ein Wesen allerdings sollte etwas dagegen haben.

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 von Case unwesentlich später  0x Senf , 1995x besichtigt |   aus: Geschichten aus Finis Terrae   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 04. January 2009

 :: Memories of Felagund (18) 

Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin

Kapitel 18 – Endgame - Teil 1

10. Februar 1907: Wo soll ich beginnen. Was.. was heute geschah – ich weiss, ich muss es beschreiben, zu Papier bringen… es ringen, nein,  in mir ringen gerade tausend Gefühle darum, die Oberhand zu gewinnen – Trauer und Freude, Schmerz und Überraschung, Verwirrung und Erkenntnis -  wie ein riesiger Schleier der sich plötzlich hebt, um mir einen kurzen Blick auf die Wahrheit zu gewähren. Der Reihe nach, ich darf nicht abschweifen. Der Grund, warum ich noch hier bin – noch hier sein darf - der Grund sind vermutlich diese Zeilen, nicht mehr. Also muss ich mich sputen, muss ich doch berichten, welch unglaubliche Ereignisse sich abspielten an diesem Tag. Es ging alles so schnell, aber nur langsam beginne ich vieles zu begreifen, einiges sicher auch erst, wenn ich es niederschreibe, wenn es alles noch einmal an mir vorbeizieht.

Wie Sie sich erinnern, begann ich gerade damit, die Geschichte von Ly´ri und Morten zu Papier zu bringen. Diese muss ich nun leider schuldig bleiben, meine Zeit hier… vielleicht später einmal. Nun, bevor ich einen neuen Absatz beginne, habe ich mir es zur Gewohnheit gemacht, einmal tief durchzuatmen, alles von mir zu strecken, was von der ungesunden Schreibhaltung verspannt sein könnte und einen prüfenden Blick nach oben zu werfen, zum Netz der Spinne. Die letzten zwei Tage saß dort immer Anja, blickte mal gelangweilt, mal voller Interesse auf mein Niedergeschriebenes, nicht viel anders wohl als die werten Leser dieser Zeilen.
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Vorhin also, es war bereits früher Nachmittag geworden, als ich weiter schreiben wollte, warf ich wieder ein Blick nach oben – doch da war keine Spinne mehr. Bereits zu diesem Zeitpunkt rannte sie in unglaublicher Geschwindigkeit den Weg hinunter zu meiner Hütte. Sie erinnern sich an meine letzten Worte? „Die Spinne k…“ – mehr konnte ich nicht schreiben, warf sie sich doch in diesem Augenblick mit ihrem gesamten Gewicht auf das strohbedeckte Dach meiner Behausung. Wie versteinert duckte ich mich hinter den Tisch, der umfiel, als ich vor Schreck aufgesprungen war. Das Buch, dieses Buch, mein Lebenswerk, lag nun auf den salzwassergetränkten Holzbrettern, die Flasche Wein verteilte den Rest ihres Inhalts auf dessen Einband. Zugleich rollte der Nautilus scheppernd unter die kleine Baumbank vor meiner Hütte. Anja schien das nur wenig zu beeindrucken, sie wütete im Inneren wie eine Furie, warf Tische, Stühle und Schränke von einer Ecke zur anderen. Hilflos musste ich mit ansehen, wie sie alles zerstörte, was ich mühevoll zusammengetragen hatte.

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 von Case zur Mahlzeit!  0x Senf , 1920x besichtigt |   aus: Geschichten aus Finis Terrae   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 03. January 2009

 :: Memories of Felagund (17) 

Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin

Kapitel 17 – Lose Fäden

Nun ist es an der Zeit für das letzte, große Kapitel in diesem Buch. Die Geschichte von Ly´ri, Tochter der Waldelfin Nau und des Elfen Amroth, und Morten, Sohn des Schmieds Claudius und der Hochelfin Za. Doch auch danach sind noch nicht alle Fäden zu Ende gesponnen, nicht alle Geschichten erzählt über dieses wundersame Land, welches sich Felagund nennt. So habe ich beschlossen, bevor ich mich den beiden jungen Leuten widme, noch einige Lücken zu füllen, kurz und ohne Umschweife. Vielleicht auch aus dem Grund, dass mich Anja seit nun fast zwei Tagen nicht mehr aus den Augen lässt. Ich stehe unter ständiger Beobachtung, als wenn sie nur auf den richtigen Augenblick warten würde. So liegt heute, neben der letzten halbvollen Flasche Wein, der Nautilus direkt neben mir auf dem Tisch. So nah, dass ich die dämonische, wütende nachtschwarze Seele darin fast hören kann.

Beginnen will ich mit dem Schluss meiner letzten Geschichte. Natürlich gelang es Claudius, aus dem Sternensliber ein Tummi zu bauen, wie es noch nie ein Makukke vorher gesehen hat. Seine Bezahlung war mehr als fürstlich, aber immer noch zu gering, bedenkt man, wer mit dieser Waffe getötet wurde. Dazu aber gleich mehr. Bleiben wir vorerst beim Schmied. Er konnte sich fortan vor Aufträgen kaum retten, fast wöchentlich erhielt er Bestellungen ganzer Schiffsladungen von Tummis. Das Sternensilber reichte gerade für Jorinappas Waffe, doch auch all die, die er danach aus Stahl schmiedete, waren von außergewöhnlicher Qualität. Das Geld indes gab zum großen Teil Za aus, bis zu ihrem frühen Tod. Sie stürzte sich eines schönen Herbsttages vom Ang Col-Felsen, ohne ersichtlichen Grund oder Vorwarnung. Dieser Faden zumindest wird wohl für immer unverknüpft bleiben. Claudius hingegen wurde biblische 90 Jahre. Bis ins hohe Alter stand er am Amboss, schmiedete immer neue Kunstwerke aus Stahl, Kupfer, Gold, und einmal sogar noch aus Sternensilber. Ich habe die Stelle nie gefunden, an der er begraben liegt, den rätselhaften Dolmen, den sein Sohn beschrieb. Am südlichen Strand steht ein Gebilde aus Stein, doch dort ist nichts weiter. Angeblich soll er tief unter der Erde ruhen, bei ihm die wenigen Edelsteine, welche er aus der Inik-Höhle übrig behielt, und sein Schwert.

Jorinappa kehrte nach Mak zurück, wurde als neue Tumm gekürt, um schon wenige Monate später in den Krieg zu ziehen. Sie kämpfte gegen den größten und erbittertsten Feind, der Makukken, die Sleh. Dies waren Echsenwesen, denen man mit gewöhnlichen Waffen kaum zu Leibe rücken konnte. Ihre natürliche Panzerung schützte sie vor fast allen Schuss- und Stichwaffen und die wenigen Stellen, an denen sie verletzlich waren, bedeckten sie mit Rüstungsteilen aus mehrfach gehärtetem Stahl. Einen Schwachpunkt hatten sie allerdings, ihre Abhängigkeit von ihrem Anführer. Sleh-Hattan befehligte nur mit der Kraft seiner Gedanken ganze Armeen, fiel er, waren sie willenlos, hilflos. Genau auf ihn hatte es Jorinappa abgesehen und durch ihre Hand starb er, sein Herz durchbohrt von einer Klinge aus reinstem Sternensilber. Selbst sein Panzer konnte ihn nicht vor diesem Metall beschützen. So waren die Sleh dem Untergang geweiht. Die junge Tumm dagegen wurde eine Legende.

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 von Case zur Mahlzeit!  0x Senf , 1917x besichtigt |   aus: Geschichten aus Finis Terrae   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 02. January 2009

 :: Memories of Felagund (16) 

Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin

Kapitel 16 – Des Zauberers schrecklichster Tag

9. Februar 1907: Oh wie sie da oben thront! Wie eine Königin, die ihrem Diener bei seinen Spielereien über die Schulter schaut. Diese Spinne wird mir immer unheimlicher. Pünktlich, als ich gerade mit dem Buch aus meiner Hütte kam, die letzte Flasche von Nilrems wunderbaren Elfenwein unter den Arm geklemmt, setzte sie sich in ihr Nest über mir. Nun starrt sie auf mich herunter und obwohl ich nicht glaube, dass ihre Augen so gut sind, um von dort oben lesen zu können, was ich schreibe, scheint sie zu wissen, worum es geht. Ich schwebe in allerhöchster Gefahr, das muss ich mir immer wieder vor Augen führen, denn dieses Biest hat nachweislich mindestens zwei Bewohnern dieser Insel das Lebenslicht ausgeblasen. Nur ein Sprung von ihr würde genügen und meine Aufzeichnungen würden für immer unvollendet bleiben. Ist es nur der Nautilus, in dem immer noch die schwarze Seele Phas gefangen ist, der sie davon abhält?

Nilrem wachte auf, als die Sonne gerade über den Horizont gestiegen war. Sein erster, verschleierter Blick fiel aus dem Fenster. Zu früh um aufzustehen, dachte er bei sich, drehte sich zu Dae um, seiner Frau… und ab hier begann für ihn der schlimmste Tag in seinem Leben. Sicher mögen nun einige Zeitgenossen mit viel Lebenserfahrung sagen „Ha, das kenn’ ich, geht mir jeden Tag so!“ Doch der Tag des Zauberers verlief ganz anders, wie in Trance, ab diesem Moment. Denn statt in Daes geheimnisvolle Augen, sah er nun in die einer tellergroßen Spinne, welche es sich auf ihrer Bettseite bequem gemacht hatte. Sofort sprang er vor Entsetzen auf, lief schreiend bis zur Fensterwand. Es war nicht nur eine Spinne, es waren drei! Alle in derselben Größe, dunkelbraun und behaart. Nun hielt ihn nichts mehr. Voller Ekel und Angst rannte er die Treppe hinunter, fiel sie fast hinab, so hastig waren seine Schritte. Dabei rief er immer wieder verzweifelt den Namen seiner über alles geliebten Frau. Im Erdgeschoss angelangt, verstummte er plötzlich. Dort lag sie. Blutüberströmt. Zwei riesige Bisswunden verunstalteten ihren Hals, die Haut bleich wie die kahlen Steinmauern die sie umgaben.
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Dae lebte, doch schien sie dem Tod schon sehr nahe zu sein. Schnell nahm er ein langes Tischtuch aus dem großen Eichenschrank, riss es entzwei und versuchte vergebens die Blutung zu stoppen. Dann öffnete sie ihre Augen, sah ihn an. „Es ist zu spät, mein Zauberlein“, sagte sie mit schwacher, röchelnder Stimme. „Die Spinne war hier, und…“, ein grässliches Husten überkam sie, schüttelte sie durch, sie spuckte Blut und ihm wurde heiß und kalt dabei. „Und nicht nur die eine, es waren viele, große, kleine, sie…“, erneut ein Husten, doch dann gelang es ihr nicht mehr zu sprechen. Sie hob den Arm und deutete mit letzter Kraft auf die Mar´Una, das Heilige Buch der Waldelfen. Sofort begriff er,  jetzt konnte nur noch Magie helfen! Er sprang auf, begann darin fieberhaft nach einer Formel, einem Trank oder Zauberspruch zu suchen. Und tatsächlich, schon auf der nächsten Seite wurde er fündig!

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 von Case am späten Nachmittag  0x Senf , 2272x besichtigt |   aus: Geschichten aus Finis Terrae   |   Permalink  | Lieber Case......

::: 30. December 2008

 :: Memories of Felagund (15) 

Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin

Kapitel 15 - Graa

7. Februar 1907: Nicht selten in den vergangenen zwanzig Jahren hier auf Felagund saß ich auf der Spitze der riesigen Platane, in der Nau damals ihr Baumhaus errichtete. Von hier aus hat man den besten Blick über die gesamte Inselgruppe, der ich den Namen „Finis Terrae“ gab, das Ende der Welt. Wird es auch mein Ende sein? Ist dies der Platz, an dem ich sterben werde? Seit ich an diesem Buch arbeite, bin ich mir über viele Dinge, mit denen ich mich bisher schon abgefunden hatte, nicht mehr sicher. Von der obersten Plattform des Baumhauses liegt mir das ganze Land zu Füßen, doch bin ich bis heute verdammt, nur den kleinen Teil davon betreten zu dürfen, der sich Felagund nennt. Von dort verfolgte ich schon oft den Weg, welchen Claudius und Amroth nahmen, auf der Suche nach dem Sternensilber. Aber immer nur in Gedanken, oder mit dem Fernrohr aus Gebris Truhe. Es muss eine Möglichkeit geben, dort hin zu gelangen, dieses Land voller Wunder selbst zu erforschen - und ich werde ihn finden.

Als Claudius wieder zu sich kam, lag er am Ufer eines kleinen Sees. Auch wenn die riesige Grotte, die sich wie eine Kuppel über ihnen ausbreitete, zum Großteil in Schatten gehüllt war, verirrte sich hin und wieder ein Funken Tageslicht hinein. Ganz oben an der Kuppeldecke klaffte ein rundes Loch, groß genug für zwei Elfen, doch der Graa hatte es scheinbar nicht geschafft, sich hindurch zu zwängen, seine Mahlzeit auf diesem Wege zu verfolgen. Ein noch schwächerer Lichtschein kam von der rechten Grottenseite. Kaum erkennbar lag dort ein scheinbar recht großer Tunnel, der irgendwo am Fuß des Berges ans Tageslicht hinaus führen musste. Langsam gewöhnten sich seine Augen an die düstere Umgebung. Nun konnte er auch Amroth erkennen, der schwer atmend neben ihm kniete. Irgendwo von oben ertönte das kräftige, verärgerte „graa“ des riesigen Vogels.

„Er wird gleich hier sein, mein Freund“ sagte der junge Elf „wir haben nicht viel Zeit, zu finden, wonach wir suchen“. Dabei zeigte er auf die Mitte des Sees. Dort, auf einer eindrucksvollen Insel aus Baumstämmen, Ästen und Skeletten befand sich ein riesiges Nest.

Erschrocken wich der Schmied zurück, drückte sich mit dem Rücken gegen die kalte Felswand. Ihr Sturz hatte sie genau in die Höhle des Löwen geführt. „Komm, schnell, dort hinein!“ Amroth zog ihn hoch und zeigte auf einen kleinen Gang am Fuß des Sees. Aus ihm drang das bläulich-grüne Licht nach außen, welches sie schon von oben gesehen hatten. Es tauchte die gesamte Grotte in eine geheimnisvolle, bedrohliche Stimmung. Wieder ein Schrei, diesmal aber nicht von oben. Das Tier hatte den Eingang erreicht, stürmte den Tunnel entlang und würde gleich die Eindringlinge ausmachen, die sich in sein Reich verirrt hatten. Amroth stolperte, so schnell rannten sie über den steinigen Grottenboden, doch der Schmied hatte schon die Führung übernommen und zog ihn gleich wieder nach oben. Gerade als sie mit letzter Kraft den Gang erreichten, der ihnen vorrübergehend Schutz versprach, hörten sie wie der Graa halb fliegend, halb stürzend auf dem Grottensee aufkam. Jetzt wurde die Zeit knapp. Gleich würde wieder Ruhe einkehren, wenn die Wellen sich legten. Also liefen sie, so schnell und leise es möglich war, weiter, in das geheimnisvolle blaugrüne Licht hinein.
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 von Case frühabends  0x Senf , 1987x besichtigt |   aus: Geschichten aus Finis Terrae   |   Permalink  | Lieber Case......

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