Der Senf zu: Das Ratinger Hof-Buch
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Das Ratinger Hof-Buch vom 23. Aug. 2010 aus "Things I found under my bed"

Der ”Ratinger Hof” war eine Kneipe in der Ratinger Straße in Düsseldorf. Obwohl der Laden aussah wie die Trinkhalle gegenüber der Volksschule, gab es hier in den frühen 70er Jahren Kunst und ab 1977 Punk. Deutsche Bands wie Mittagspause, DAF und Fehlfarben wurden dort gegründet, Bands aus den USA und England wie Pere Ubu und Wire hatten im Hof ihre ersten Auftritte in Deutschland.
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Unser rheinisches Urgestein aus London, Ralf “The Cartoonist” Zeigermann, hat es sich nicht nehmen lassen, aus seinen Erinnerungen und vielen Dokumenten ein Buch zu machen, das die wilden Jahre 1977 bis 1985 dokumentiert, und das so springlebendig ist, dass es in einer Blechdose verstaut werden mußte. Ich habe das Buchprojekt von Anfang an mit Argusaugen verfolgt, weil es vor Ralfs Ratinger Hof-Zeit noch eine andere Ratinger Hof-Zeit gab, in der langhaarige bekiffte Gammler dort halbnackt herumsprangen, und die nun ganz leise im Sand der Zeit versinkt.

Das “Ratinger Hof-Buch” wurde herausgegeben und gestaltet von Ralf Zeigermann und verlegt bei Robert Wiegner. Es hat 168 Seiten, kann ab 31.8.2010 bei jeder Buchhandlung oder bestellt werden und kostet 44 Euro (mit Dose).  Das “Ratinger Hof-Buch”  muss von jedem Leser der IT&W, der Mac Essentials und der Grid Gazette mindestens einmal geordert werden, sonst rede ich nicht mehr mit euch.

Update: der Bierdeckel! Ich hab den Bierdeckel vergessen! Dem Buch liegt nämlich auch ein Bierdeckel bei, der in Wirklichkeit die Repro eines Tickets für ein Wire-Konzert von 1978 ist.


bisschen Senf dazu?

von Rainersacht am 24. Aug um 6:24 Uhr

Tja, wir alten Fürze…
Ich kenn den Ratinger Hof aus einer noch viel früheren Zeit. Wie man sieht, wurde dort ursprünglich Düssel Alt ausgeschenkt, das Bier der Düsseldorfer Hirschbrauerei. Dort war mein Vater in den 50ern und 60ern Architekt und damit betraut, Gastwirtschaften aus dem Bestand der Brauerei wiederaufzubauen und/oder zu modernisieren. So auch den Hof; vermutlich um 1960 herum. Das kann man an der Fassade auf dem Foto erkennen: Hässliche graue Klinker hat er gern verwendet. Übrigens: Auch die Uel hat mein Vater renoviert. Und das Männeken Piss und und und.
Während meines Studiums an der Kunstakademie war der Hof die eher unwichtigere Kneipe auf der Ratinger Straße; das Einhorn und die Uel waren wichtiger. Zwischen ca. 1972 und 1976 sah das Ding innen aus wie Studikneipe - so mit Sofas vom Sperrmüll und so.
Und: Punk begann im Hof schon 1976. Als Rüdiger Berndt (aka Rüdiger Wich aka Tschibbi im pinken Satinjäckchen mit fettem DKP-Aufnäher dort kellnerte. Da hab ich die gesamt Olympiade aus Montreal im Fernsehn gesehen - allerdings ohne Ton.

Und was nicht alles…


von The Cartoonist am 24. Aug um 8:49 Uhr

Der Bierdeckel! Du hast den Bierdeckel vergessen! Dem Buch liegt nämlich auch ein Bierdeckel bei. :-)

Majo: vielen Dank!


von The Cartoonist am 24. Aug um 15:21 Uhr

Rainer, das sind ja tolle Geschichten. Ich glaub, ich frage Robert mal ob er einen zweiten Teil verlegen will - der Ratinger Hof 1960 – 1977. :-)


von Rainersacht am 24. Aug um 15:44 Uhr

Ne, für Hof-Geschichten aus den 60ern bin ich dann doch zu jung ;—)) Mein erster Altstadtbesuch inkl. Altbiergenuss datiert ungefähr auf 1968 - aber nicht im Hof, sondern in der Linse (heute: Engelchen). Die Ratinger Straße wurde erst so gegen 1972/73 mein Revier. Aber den Rüdger “Tschibbi” Wich, den sollte man mal zu den Geschichten aus den Jahren vor 1977 hören!


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