Der Senf zu: Memories of Felagund (Ein überraschendes Ende)
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Memories of Felagund (Ein überraschendes Ende) vom 05. Jan. 2009 aus "Geschichten aus Finis Terrae"

Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin

Endgame - Teil 2

Fast ein Jahr ist es her, seitdem ich weit draußen auf dem Meer ein kleines Schiff ausgemacht hatte. Die Abendsonne ließ seine Segel rot leuchten, als es Richtung Osten an Felagund vorbei zog. Zu weit entfernt, viel zu weit. Mit den Armen wedelnd stand ich am Südstrand, rief nach den Matrosen auf dem fremden Schiff, vergebens. Nach einiger Zeit verblasste die Erinnerung - war es wirklich geschehen? Heute glaube ich fest daran, nein, ich weiss, dass sie noch existieren, die Makukken. Dieses kleine Seefahrervolk bereist noch immer diese Meere! Wohlmöglich haben sie sogar an einer der goldenen Buchten Finis Terraes ihr Lager aufgeschlagen, eine Kolonie gegründet.

Nun lag einer von Ihnen vor mir, tot. Hinter ihm tat sich eine Höhle auf, viel mehr noch, eine riesige Grotte, die sich tief in den Berg zu schlängeln schien. Von außen führte ein kleiner Holzsteg hinein. Wenige Zentimeter über dem Wasser schmiegte er sich an die steilen Felswände, meist nur eine Hand breit, an anderen Stellen sogar schon verfault und löchrig. Vorsichtig begab ich mich darauf in das Innere der Grotte, über mir riesige Felsen, zwischen denen das Wasser des Sees hindurch sickerte und imposante Tropfsteine gebildet hatte. Sie hingen wie Schwerter von der Decke. Einmal wäre ich auf meinem Weg fast abgerutscht, brach doch plötzlich ein großes, morsches Brett unter meinem Gewicht zusammen und riss meinen linken Fuß mit. Im letzten Moment klammerte ich mich noch reflexartig an einem Felsen fest. Auch wenn die Luft in der Grotte immer kälter zu werden schien, schwitzte ich bald am ganzen Körper.

Dann… ich weiss nicht wie ich das Gefühl beschreiben soll, als ich plötzlich das kleine Schiff am Ende der Grotte wahrnahm. Ruhig und verlassen lag es dort, seine Segel immer noch gehisst, den hohen, erhabenen Bug Richtung Ausgang gestreckt. Sicher kein Kampfschiff, dafür war es selbst für Makukkenverhältnisse zu klein, wohl eher zur Erkundung gedacht. Schlagartig wurde ich mir der Möglichkeiten bewusst, die sich nun boten. Dies war mein Weg, fort von hier, meine Fahrkarte in die Freiheit. Am liebsten wäre ich darauf zu gestürzt, hätte es sofort in Besitz genommen. Mindestens ein Wesen allerdings sollte etwas dagegen haben.

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