Der Senf zu: Memories of Felagund (17)
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Memories of Felagund (17) vom 03. Jan. 2009 aus "Geschichten aus Finis Terrae"

Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin

Kapitel 17 – Lose Fäden

Nun ist es an der Zeit für das letzte, große Kapitel in diesem Buch. Die Geschichte von Ly´ri, Tochter der Waldelfin Nau und des Elfen Amroth, und Morten, Sohn des Schmieds Claudius und der Hochelfin Za. Doch auch danach sind noch nicht alle Fäden zu Ende gesponnen, nicht alle Geschichten erzählt über dieses wundersame Land, welches sich Felagund nennt. So habe ich beschlossen, bevor ich mich den beiden jungen Leuten widme, noch einige Lücken zu füllen, kurz und ohne Umschweife. Vielleicht auch aus dem Grund, dass mich Anja seit nun fast zwei Tagen nicht mehr aus den Augen lässt. Ich stehe unter ständiger Beobachtung, als wenn sie nur auf den richtigen Augenblick warten würde. So liegt heute, neben der letzten halbvollen Flasche Wein, der Nautilus direkt neben mir auf dem Tisch. So nah, dass ich die dämonische, wütende nachtschwarze Seele darin fast hören kann.

Beginnen will ich mit dem Schluss meiner letzten Geschichte. Natürlich gelang es Claudius, aus dem Sternensliber ein Tummi zu bauen, wie es noch nie ein Makukke vorher gesehen hat. Seine Bezahlung war mehr als fürstlich, aber immer noch zu gering, bedenkt man, wer mit dieser Waffe getötet wurde. Dazu aber gleich mehr. Bleiben wir vorerst beim Schmied. Er konnte sich fortan vor Aufträgen kaum retten, fast wöchentlich erhielt er Bestellungen ganzer Schiffsladungen von Tummis. Das Sternensilber reichte gerade für Jorinappas Waffe, doch auch all die, die er danach aus Stahl schmiedete, waren von außergewöhnlicher Qualität. Das Geld indes gab zum großen Teil Za aus, bis zu ihrem frühen Tod. Sie stürzte sich eines schönen Herbsttages vom Ang Col-Felsen, ohne ersichtlichen Grund oder Vorwarnung. Dieser Faden zumindest wird wohl für immer unverknüpft bleiben. Claudius hingegen wurde biblische 90 Jahre. Bis ins hohe Alter stand er am Amboss, schmiedete immer neue Kunstwerke aus Stahl, Kupfer, Gold, und einmal sogar noch aus Sternensilber. Ich habe die Stelle nie gefunden, an der er begraben liegt, den rätselhaften Dolmen, den sein Sohn beschrieb. Am südlichen Strand steht ein Gebilde aus Stein, doch dort ist nichts weiter. Angeblich soll er tief unter der Erde ruhen, bei ihm die wenigen Edelsteine, welche er aus der Inik-Höhle übrig behielt, und sein Schwert.

Jorinappa kehrte nach Mak zurück, wurde als neue Tumm gekürt, um schon wenige Monate später in den Krieg zu ziehen. Sie kämpfte gegen den größten und erbittertsten Feind, der Makukken, die Sleh. Dies waren Echsenwesen, denen man mit gewöhnlichen Waffen kaum zu Leibe rücken konnte. Ihre natürliche Panzerung schützte sie vor fast allen Schuss- und Stichwaffen und die wenigen Stellen, an denen sie verletzlich waren, bedeckten sie mit Rüstungsteilen aus mehrfach gehärtetem Stahl. Einen Schwachpunkt hatten sie allerdings, ihre Abhängigkeit von ihrem Anführer. Sleh-Hattan befehligte nur mit der Kraft seiner Gedanken ganze Armeen, fiel er, waren sie willenlos, hilflos. Genau auf ihn hatte es Jorinappa abgesehen und durch ihre Hand starb er, sein Herz durchbohrt von einer Klinge aus reinstem Sternensilber. Selbst sein Panzer konnte ihn nicht vor diesem Metall beschützen. So waren die Sleh dem Untergang geweiht. Die junge Tumm dagegen wurde eine Legende.

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