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::: 13. October 2009

 :: Harry und die Ethanolkarenz 

Harry Rowohlt im Gespräch mit Ralf Sotscheck, Irland-Korrespondent der taz, in derselben. Der eine raucht nicht mehr, der andere trinkt nicht mehr. Die Hölle taut auf.

»Urlaub in Griechenland, wie immer?

Ja, aber es wird wieder mal kein Urlaub sein. Ich nehme mir Arbeit mit. Ich frage, was ist das für ein Urlaub? Zwölf Tage ist man da und kommt mit achtzig übersetzten Gedichten von Shel Silverstein zurück. Mein Freund und Genosse Laiki merkte immer, wenn ich so was Dichterisches bekam, und fragte dann lauernd, ganz Altstalinist: “Soll ich für Ruhe sorgen?” Und das in der Kneipe! Ich hab da immer auf dem Papiertischtuch gedichtet. Unser damaliger, inzwischen verstorbener Gemeindehirte Barba Christos - Onkel Christus - kletterte bei unserem inzwischen auch verstorbenen Nachbarn Iórgos aufs Dach, wo sich zwei deutsche Touristinnen oben ohne bräunten, und der Hirte fragte, ob er vielleicht mal deren Brüste berühren dürfe. Ja ja, dürfe er. Ganz vorsichtig mit seinen “hornigen Händen”, wie es bei Ringelnatz heißt, erst die erste, dann die zweite, dann die dritte, dann die vierte, und dann sagte er: “Plötzlich ist das Meer voller Joghurt, und ich habe keinen Löffel.”

Sein Nachfolger, der neue Gemeindehirte, hat sich im Gegensatz zu ihm ein Moped und statt eines Hundes eine Ziege zugelegt. Die brauchen im Gegensatz zu einem Hund keine zusätzliche Nahrung, sondern fressen mehr oder weniger das Gleiche wie die Schafe, haben aber einen naturwüchsigen, viel größeren Grimm Schafen gegenüber, als Hunde je aufzubringen imstande wären, und außerdem können sie sich im Gegensatz zu Hunden Uhrzeiten merken. Der Gemeindehirte sagt: “Um 18 Uhr vor der Kneipe, zack, zack!” Und dann kommt die Ziege mit den ganzen Schafen um Punkt 18 Uhr an und sagt: “So, Chef, das wäre erledigt. Was machen wir jetzt?” Nicht alle Neuerungen sind abzulehnen.«

Um Abstinenz geht es auch, unklare Genesen, Polyneuropathie, Tresen und Herrenklo, Illuminaten, Menschenopfer und Tina Uebel, die Traumfrau: über was alte Säcke sich so unterhalten. Setzt euch am besten gleich auf den Boden, ihr fallt sowieso vom Stuhl. Gottes Segen und Rot Front, und daß dir nie die Wörter ausgehen (danke, Ralf!).

Quelle: {quelle}  |  von majo zur Mahlzeit!  2x Senf , 474x besichtigt |   aus: Daily Bizzar   |   Permalink  | Liebe Redaktion...



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