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IT&W-V10. 711 Beiträge, 579 Kommentare. Born 2001, still going strong.
::: 06. July 2009

 :: Löcher durch die Welten 

Heute in Telepolis - morgen auf jedem Computer? Das neue, das bessere »OpenSource-Second Life« ist da: ein Bericht über OpenSimulator und unsere Aktionen in Open Neuland von Thorsten Küper. Der komplette Artikel steht bei TP, Details zu Open Neuland finden sich bei IT&W und im Gridportal, anmelden kann man sich im Community Portal.

Ein paar mutige Avatare schlagen die Brücke zwischen dem alten Second Life und den neuen Multiversen: das “Loch durch die Welten”. Im virtuellen Kosmos der 3D-Welten bahnt sich eine neue Genesis an: Open Source-Metaversen machen mit niedrigeren Preisen und besseren Möglichkeiten dem Oldie Second Life die Vorherrschaft streitig.

Second Life ist immer noch da - und es tummeln sich gut und gern mal zwischen 60.000 und 70.000 Nutzer gleichzeitig, denn das Interesse an 3D Avatarchats ist ungebrochen. Ja, es sind sogar mehr Nutzer als früher, und wer sich vorurteilsfrei umschaut, der wird bemerken, dass nach wie vor fröhlich experimentiert wird und mancher sich Gedanken darüber macht, was sich aus der Plattform in Sachen Kultur und Bildung herausholen lässt. Nur eben nicht zu dem Preis, der den Lindens als Möchtegernmonopolisten vorschwebt. Und so hat schon vor mehr als einem Jahr eine neue Entwicklung begonnen: Der große Exodus in die Open Sims.

Gemeint ist die aus dem Boden schießende Konkurrenz, für die Linden Lab im Prinzip selbst die Initialzündung geliefert hat, als man den hauseigenen Client Anfang 2007 zur Open Source-Software erklärte. So ermöglichte man findigen Köpfen die Möglichkeit, einen Blick unter die Motorhaube zu werfen und leitete damit u. a. die Entwicklung von OpenSimulator ein: eines alternativen, zu Second Life kompatiblen Serversystems, auf dessen Basis findige Weltenbauer inzwischen in großer Zahl ihre eigenen Metaversen konzipieren.

Einer davon ist Case Schnabel, Second Life-Urgestein - was hierzulande meint, mehr als zwei Jahre dabei zu sein – und einer der Hintermänner des IT&W Blogs [hey, das sind ja wir ;)] ; dort übrigens bekannt als Majo.

Seine Baumeistertruppe, die “Guglmänner”, hat für die Entwicklungsfirma TalentRaspel mit Open Neuland ein eigenes Grid auf den Weg gebracht. Man will dort Avataren eine neue Heimat bieten – mit mehr Möglichkeiten und zu deutlich niedrigeren Preisen als beim großen Anbieter Linden. TalentRaspel bietet die beiden Welten Open Neuland und Wilder Westen an: Open Neuland im gesicherten und kontrolliert vernetzten HyperGrid-Verbund mit geschützten Inhalten, Währung, Handel, anmietbaren Ländereien, aber auch vielen für Second Lifler ganz neuen Features, Wilder Westen als völlig offene, frei mit dem restlichen virtuellen Universum vernetzte und in Folge weitgehend “wilde” Spielwiese für vielfältige Experimente, mit u. a. auch auf nutzereigenen Servern betriebenen Ländereien. [...]

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[Klick zum Vergrößern]

Mit einer amüsanten Installation in ihrem “Open Neuland” wollen Case Schnabel und der TalentRaspel-Gründer Dipl.-Inf. Kai Ludwig jetzt auf die Notwendigkeit von Brücken zwischen den Metaversen hinweisen. Ein Steampunk-Kunstwerk des Multimedia-Künstlers Paul St George lieferte die Inspiration dafür: der installierte 2008 sein “Telectroscope” in London [wir berichteten] und streute die dazu passende Legende um einen geheimen Tunnel unter dem atlantischen Ozean. Mit dem Telectroscope, so der Erbauer, sei es möglich, entlang des Tunnels direkt in das entsprechende Gegengerät in New York zu schauen. Eine Legende, die mancher gern glaubte, und so wurden in London und New York fröhlich Botschaften und Telefonnummern auf Pappschilder gemalt und vor den Telectroscopen geschwenkt.

Schnabel gefiel die Idee so gut, dass er sich Gedanken darüber machte, wie sich die Idee für die virtuellen Welten umsetzen ließ. Die Antwort darauf lieferte Kai Ludwig mit trickreicher Software, die eine Bildverbindung zwischen Second Life und Open Neuland ermöglicht. Durch das so entstandene Grid-O-Scope, die Open Neuland-Version des Telectroscopes, kann man nun von einer Welt in die andere schauen.

Die Macher haben sogar ihre ganz eigene Legende über einen geheimnisvollen Virtualitäts-Singularitäts-Aethertunnel gesponnen, in die mit riesigen Erdbohrern hantierende viktorianische Forscher und der Tarzan-Erfinder Edgar Rice Burroughs verwickelt sind. Dass er über viel Fantasie verfügt, bewies Case Schnabel ja schon mit seiner König Ludwig II. gewidmeten Steampunk-Sim Cybavaria. Demnächst will man mit Hilfe des sagenhaften Grid-O-Scopes virtuelle Konzerte organisieren, die gleichzeitig in Second Life und Open Neuland verfolgt werden können. Das ist freilich keine wirkliche Innovation, eher ein charmanter technischer Gag, aber auch ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft [weiter bei Telepolis].

Quelle: {quelle}  |  von Case am Nachmittag  0x Senf , 989x besichtigt |   aus: News & Views   |   Permalink  | Liebe Redaktion...



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