HOME News & Views Finis Terrae Open-Neuland Guide to Neuland Commercial Work
IT&W-V10. 711 Beiträge, 579 Kommentare. Born 2001, still going strong.
::: 05. January 2009

 :: Nose Mann: die Geschichte hinter der Geschichte 

Du hast über einen Monat lang die “Memories of Felagund” veröffentlicht, eine Geschichte um den Seefahrer Janos Nibor, der um 1900 auf der Elfeninsel Felagund strandet. War das deine erste Geschichte in dieser Länge?

imageNose: Nicht meine erste Geschichte, um ehrlich zu sein. In meiner “Schublade” haben sich über die Jahre schon mehrere Konzepte und Anfänge gesammelt, darunter eine süße Jugend-Erzählung über einen Hasen, aber auch eine recht mordlüsterne die sich “10 little white horses” nennt. Diese beiden zumindest würde ich in nächster Zukunft gern fortführen. Doch die “Memories” sind bisher die einzige Story, die ich je wirklich beendet habe, die komplett und auch irgendwie rund geraten ist. Was die Länge betrifft, hatte ich mir das Limit gesetzt, das jedes Kapitel auf eine Notecard passen sollte. Da muss man sich echt beherrschen, um nicht abzuschweifen. Doch hängen die ja auch Inworld auf Felagund aus, an den “Originalschauplätzen” quasi und da muss die Story in maximal ein bis zwei Lesestunden erzählt werden. Mehr Zeit wird sich dort niemand dafür nehmen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Geschichte zu schreiben, die vor dem Hintergrund von Finis Terrae spielt, unserem Archipel am Ende der (virtuellen) Welt?

Nose: Wie genau die Idee entstand - ich weiss es garnicht. Wohl an einem der vielen gemütlichen, weißbierseeligen Abendrunden im »Stellwerk«, unserer Stammkneipe auf Tamiu. Auch von wem sie kam, habe ich vergessen, wohl irgendwie von uns allen. Die Überlegung stand im Raum, wie man der neu gestalteten Insel Felagund ein wenig Seele geben kann. Etwas, womit sich der Besucher identifizieren kann, was ihn eine Weile dort fesselt. Wir waren uns einig gewesen, das es heute nicht mehr reicht, einfach eine Sim hinzstellen und zu sagen “Nun kommt mal”, man muss ihnen etwas bieten, eine schöne Erfahrung zum Beispiel, die zu einer noch besseren Erinnerung wird. Man sieht einen Ort mit anderen Augen, wenn man seine Geschichte kennt. Und als die Frage im Raum stand, wer die schreiben möchte, habe ich wohl laut “Hier, Ich!” gerufen.

Immer wieder kommen in der Story Hinweise auf andere Orte in Finis Terrae vor - wird es eine Fortsetzung geben. Oder mehrere…?

imageNose: Naja, das hängt auch ein wenig von der Resonanz auf diese Geschichte ab, wenn sie gut ankommt, warum nicht? Das Ende ist mit Absicht offen gehalten und Finis Terrae ist groß, SL noch etwas größer. Letztendlich hat Janos, meine Hauptfigur, ja jetzt ein Schiffchen, womit ihm die Welt offen steht. Neuen Reiseberichten steht also nichts im Weg. Ich denke, man kann diese Konzept auch problemlos auf andere Sims übertragen, zu fast jedem Ort lässt sich mit ein wenig Phantasie eine Story erfinden. Auch unabhängig davon, ob er schon fertig gebaut ist, wie Cybavaria oder die Dragon Cliffs, oder zusammen mit der Handlung entsteht, wie es in Felagund der Fall war. Dort waren manchmal die Erbauer schneller und ich baute das, was sie gerade kreiert hatten, einfach mit ein, wie den »Nautilus« z.B. Oder ich gab ihnen vor, was wo hin muss, damit die Story weitergeführt werden konnte - um nur mal die Grotte zu nennen, ohne die das Finale nicht möglich gewesen wäre.

Deine Geschichte handelt ja auch von Liebe und Leidenschaft. Gibt es hier Parallelen zur Realität, oder ist das nur bei Spinnen so…?

Nose: Eine Geschichte ohne Liebe und Leidenschaft ist undenkbar, sie spielt immer und überall mit, wenn auch manchmal nur in der Nebenrolle. Sie macht die Handlung erst glaubwürdig, denke ich, nachvollziehbar und nachfühlbar. Was die Realität angeht, hab ich versucht, zumindest meine da heraus zu halten. Es ist mir nicht immer gelungen, gebe ich zu. Die Hochelfin Za, Frau des Schmieds, ist das beste Beispiel dafür. Unbewusst habe ich sie wohl teilweise nach einem recht reellen Vorbild geformt, und dann war es schon zu spät, das zu korrigieren. Wenn ich es gewollt hätte.

Warum hast du blaue Haare? War da vielleicht auch ein Elf im Spiel…?

Nose: Die Haare, ja, das leidige Thema. Ich kenne wenige, die in SL seid ihrer Geburt mit derselben Haarpracht herumlaufen, schon gar nicht, wenn sie so auffällig ist. Vielleicht war es wirklich eine noch unentdeckte Elfenrasse, die bei meiner Avatarbastelei ihre Finger im Spiel hatte. Oder auch nur der Wunsch, sich wenigstens ein bißchen aus der damals noch recht grauen Newbie-Masse abzuheben. Manchmal genügt es schon, dafür einfach nur die Haarfarbe zu ändern. Und vier Jahre später schreibt man dann Romane über Elfen, Spinnen und Makukken… scheinbar enthielt die blaue Färbetinktur dann doch ein paar haluzinogene Substanzen - wie sollte man sonst auf so eigenartige Ideen kommen…

Quelle: {quelle}  |  von Case am späten Nachmittag  0x Senf , 1946x besichtigt |   aus: Geschichten aus Finis Terrae   |   Permalink  | Liebe Redaktion...



RSS 1.0 RSS 2.0 Atom

Auch arschcool:

audible.de