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IT&W-V10. 711 Beiträge, 579 Kommentare. Born May 2001, still going strong.

Über Industrial Technology & Witchcraft

IT&W ist Pioniergeist pur im WWW: es existiert seit 2001, war eines der allerersten Weblogs in Deutschland, eine Zeitlang auch eines der meistgelesenen, und hat mehrfach Publikations-Geschichte geschrieben: hier wurde das legendäre "verlorene Macintosh-Video" wiederentdeckt und der Welt zurückgegeben, hier lief die großartige Rockmusik-Serie "Old Fart Competition" (deren Teil 2 seit 2009 erneut die Welt rockt), und hier entstand auch das erste erfolgreiche kommerzielle Weblog in Deutschland - die Mac Essentials.

IT&W war zweiter Sieger im Bereich "Wissen" des Preisbloggens 2005 der ZEIT; dazu kamen Nominierungen zu internationalen Contests wie dem der Deutschen Welle, den Bloggie Awards oder den Blogawards. Selbst die publizistische Forschung nannte unser Weblog "vorbildlich", Hochschulen empfahlen uns zur Lektüre. Und irgendwie wurden wir 2005 auch noch zur "Nummer 1 der Top 100 Business Blogs" gekrönt, was immerhin für einen jahrelang laufenden running gag sorgte. Das Motto lautet trotzdem - oder deshalb - ganz bescheiden: "Nichts ist wichtig. Dazu ist die Welt zu groß" (seit 2008: "Dazu sind die Welten zu groß").

"Weblogs sind nicht das Ende des traditionellen Journalismus, sondern ein Hype, der auch wieder abkühlen und sich schließlich etablieren wird", schrieb ich im Sommer 2002, als IT&W noch jung und frisch war. Die Frage, warum Millionen von Menschen Blogs schreiben, kann ich nicht beantworten; die Frage, warum wir irgendwann Mitte 2001 damit anfingen, dagegen schon:

Wir waren damals ein paar alte und junge Hasen, die sich schon lange kannten, und die als Produzenten, Berater und anderes spezialisiertes Volk viele gemeinsame Projekte für grosse und kleine Kunden hinter sich gebracht hatten. Diese Truppe lebte und arbeitete in Deutschland, England und Frankreich und betrieb eine hocherfolgreiche - modisch gesagt - "virtuelle Company" namens e-mediate Ltd. Unabhängig davon haben alle noch eine eigene Firma, deren eine - TextLab - dieses Weblog hostete.

Um den Überblick nicht zu verlieren, kommunizierten wir ganz erheblich mittels eMail, Telefon, Videokonferenz und eben auch über dieses Weblog. Anfangs haben wir uns darin gegenseitig auf interessante Links im Web aufmerksam gemacht - "IT&W" war sozusagen der Kühlschrank in der virtuellen Teeküche von e-mediate, an dem die wichtigen Zettel hingen. Dann ist das Ganze immer öffentlicher geworden und hat schließlich ein beträchtliches Eigenleben entwickelt.

Inzwischen gibt es die Company nicht mehr, und Teile der damaligen Besatzung haben sich in die unterschiedlichsten Winkel der Welt verzogen. Ich hatte eigentlich nach sieben Jahren Bloggen auch die Lust daran ziemlich verloren - so geht's mir immer: entweder etwas ist neu oder es ist gelaufen. Die Egotrips in "Klein-Bloggersdorf" gingen mir auf die Nerven; die Sache fing an, sich hauptsächlich um sich selbst zu drehen.

Dann wurde ich auch noch krank, und das Schicksal von IT&W schien besiegelt. Bis eines Tages ein ganz neues Universum, ein ganz neues Spielfeld, ganz neue Herausforderungen und eine ganz neue Liebe das Spiel wieder wendete. Seitdem berichtet das einstmalige "Top Business Blog Deutschlands" ganz bescheiden einem ziemlich exklusiven Publikum aus virtuellen Welten, von denen die meisten noch niemals irgend etwas gehört haben, und frönt den anderen skurrilen Leidenschaften seines Autors.

Ich habe übrigens eines gelernt: es ist sehr schwer, ein Weblog mundtot zu machen. Es hat mindestens sieben Leben. Das hier hat zehn - bisher.

Woher kommt der Name

...der viel zu lange, den man in den Bloglisten am besten mit "IT&W" abkürzt?

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: wir haben Mitte des Jahres 2000 angefangen, mit Blogger herumzuexperimentieren, dann mit Radio Userland, um schließlich reumütig wieder bei Coranto zu landen, das wir schon für viele Kunden eingesetzt hatten. Inzwischen - seit Oktober 2002 - treibt die pMachine dieses Weblog an, seit Oktober 2004 deren Nachfolger ExpressionEngine.

Der Name für das Blog entstand - wie die meisten guten Sachen - in unserer Stammkneipe innerhalb von ca. 20 Millisekunden, hinterrücks inspiriert wohl durch die bewunderungswürdigen Zauberer von Industrial Light & Magic, das damals grassierende Harry Potter-Fieber und der wohlbekannten Erkenntnis, daß "jede hinreichend fortschrittliche Technologie nicht von Zauberei zu unterscheiden ist" (woraus unwiderlegbar folgt, daß das Internet keine fortschrittliche Technologie ist).

Es war buchstäblich der erste beste Name, und er ist es einfach geblieben.

majo, im Sommer 2002 (re-edited im Winter 2010)
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