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::: 13. December 2008

 :: Memories of Felagund (5) 

Von Janos Nibor (Lenwë Eledhwen), übertragen von Nose Mann, bebildert von Roko Johin

Kapitel 5 – Ly´ri

23. Januar 1907: Dass das Studium der elfischen Kultur eine Lebensaufgabe werden würde, wurde mir in dem Moment klar, als ich versuchte, ihre Sprache zu entziffern. Bis heute gibt es einige Wörter, deren Bedeutungen mir schleierhaft sind, nicht zuletzt Felagund (vermutlich ein Nachname). Auch das elfische Wort für das goldene Ding, welches ich Nautilus getauft habe, hat mit meiner Übersetzung nur die ersten drei Buchstaben gemein. Ebenso geht es mir mit Ly´ri, der Tochter von Amroth und Nau. Drei Deutungen sind möglich: kleine Träne, kleines Licht oder kleine Insel. Leider versagt meine Sprachkenntniss beim waldelfischen Dialekt gänzlich, und da auch Amroth dessen nicht mächtig war, mögen die ersten Monate der Liebe zwischen ihm und Nau turbulent gewesen sein. So traf man sich nach etwa zwei Jahren sprachlich irgendwo in der Mitte, ein buntes Gemisch aus der Elfen-Hochsprache und den geheimnisvollen, weichen Worten der Waldelfen.

Auch Ly´ri wuchs mit dieser Sprache auf. Und da weder Morten, Sohn von Claudius und Za, noch die Schwestern Ibei und Rise, Kinder des Tempelwächters Nilrem, genau verstanden, was Ly´ri den lieben, langen Tag von sich gab, zog sie es oft vor, allein zu sein. Sie ging ihrer eigenen Wege und dabei immer öfter auch ihrer größten Leidenschaft nach, dem Malen. Nau, ihre Mutter, schenkte ihr zum sechsten Geburtstag eine Staffelei, aus dem Holz der großen Platane gefertigt, meisterlich perfekt verarbeitet. Und so zog das kleine Mädchen über die Inseln, auf der Suche nach Motiven, Tieren und Situationen die sie auf die Leinwand bannen konnte. Irgendwo auf den zerklüfteten Inseln nördlich von hier, die ich Drachenfelsen getauft habe, muss es damals eine kleine, chinesische Kolonie gegeben haben. Amroths Aufzeichnungen entnehme ich, dass er sich von dort die feinen Pinsel und kräftigen Farben bringen ließ, für seine Tochter.

Schon bald hatte sie so ziemlich jeden Winkel von Felagund gemalt. Einen Ort aber liebte die kleine Ly´ri über alles, hielt ihn in Dutzenden von Bildern fest: die kleine Insel inmitten des Quellsees. Bis spät in den Abend hinein saß sie auf ihrer Bank, die Staffelei vor sich, und übertrug alles was sie sah auf den gespannten, weißen Stoff. Nicht selten musste Nau sie schlafend von dort ins Baumhaus zurück tragen. Damals ahnte das Mädchen noch nicht, welche Bedeutung dieser Ort einmal für sie haben sollte.
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Bis zum Winter des Jahres 1234 n.C. sprach man kein ein Wort über das rätselhafte Erscheinen Naus auf der Insel, oder gar über ihre Vergangenheit. Jeder Versuch wurde von Nau mit dem Hinweis im Keim erstickt, es sei zu gefährlich, darüber etwas zu wissen. Heute bin ich mir sicher, dass sie bei ihren Streifzügen durch die tiefen Wälder der östlichen Reiche etwas sehr Altes, Böses geweckt hatte. Ihr Tagebuch, das ich in einem Astloch der Platane fand, beschreibt Ereignisse vor ihrer Flucht nach Felagund, die so unglaublich klingen, dass ich am liebsten darüber einen eigenen Geschichtsband verfassen würde. Doch meine Zeit hier wird knapp, das spüre ich.

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